[ Anmelden ]    Suchen
Titelbild

Seit dem Erscheinen ihres Prosaerstlings Reise der Buchmenschen im Jahre 1993 und dem 1996 herausgegebenen Roman "Ur und andere Zeiten" gehört Olga Tokarczuk (geb. 1962) zu den produktivsten, meistgelesenen, gefeierten und auch kontroversen polnischen Autoren der Nachwendegeneration. Tokarczuks Werk zeichnet sich durch eine große formelle Spannweite aus, sie schreibt Romane, Erzählungen, Essays, Kritiken und Feuilletons sowie Drehbücher. Ihre vielschichtigen und komplexen Romane, z.B. Taghaus, Nachthaus oder Unrast, werden sowohl von der Kritik als auch von einem breiten Publikum geschätzt, mit prominenten Literaturpreisen ausgezeichnet und erfreuen sich eines internationalen Erfolgs, auch in Deutschland.

Olga Tokarczuk unternimmt in ihren Romanen und Erzählungen immer wieder Grenzgänge in Zeit und Raum. Sie erkundet die Welt des deutschen Bürgertums im Breslau der Vorkriegszeit, die schlesische Provinz des polnisch-tschechischen Grenzlands oder das polnisch-slawisch-jüdisch-osmanische Kulturgemisch in den südöstlichen Teilen der polnisch-litauischen Doppelmonarchie. Olga Tokarczuks Figuren sind meist unbehaust, rastlos, auf der Suche. Auch ihr Erzählstil ist fragmentarisch, ihre Romane bestehen oft aus kurzen Texten ‒ Bruchstücken, aus denen der Leser ein Gesamtbild zusammenfügen muss.

Über ihr Schreiben hinaus ist Olga Tokarczuk eine engagierte Intellektuelle, die in polnischen Debatten dezidiert Stellung bezieht. Auch hier setzt sie sich für Offenheit ein, stellt das stereotype Bild der auf Patriotismus, ethnischer Homogenität und katholischem Glauben beruhenden Kultur infrage. Dafür wurde sie von der gegenwärtigen polnischen Regierung für die staatlichen Kulturinstitutionen zur Persona non grata erklärt.

http://www.tokarczuk.wydawnictwoliterackie.pl/



Silverlight Version Rss